Samstag, 26. April 2008

Auf dem Schulweg

Unsere zweite Nacht auf dem 5-tägigen Dogonland Trekking verbringen wir in einem kleinen Dorf, wo wohl noch nie Weisse übernachtet haben. Bei unserer Ankunft gehen wir zuerst zum Dorfchef, wo unser Führer um Erlaubnis fürs Übernachten fragt. Um zu diesem zu gelangen, müssen wir durch einen Raum voller Ziegen mit Stroh am Boden. Wir verstehen endlich, was es bedeutet Stall und Haus nicht getrennt zu haben.

Der Dorfchef ist sehr freundlich und nimmt die Gelegenheit war, ein Zusatzgeld zu verdienen. Wir erhalten also etwas zu Essen, Wasser zum „Duschen“ und als Übernachtungsplatz – wie schon so oft in Mali – ein Hausdach. Ein Güggeli, das wir essen wollen, wird uns zuerst vorgeführt und dann holen die Kinder unten am Fluss Wasser, das sie in Kanistern auf dem Kopf zu uns bringen. Bald schon sind wir von unzählbar vielen Kindern (wir schätzen sie auf ueber 50) umringt. Die UNO-Geburtszahlen scheinen wohl zu stimmen – hier bringt jede Frau zwischen 4 und 10 Kindern zur Welt, von denen jedes vierte vor fünf Jahren stirbt.

Wir sind leider zu müde von unserer mehr als 6-stündigen Wanderung bei über 40 Grad, um die Kindern zu unterhalten und gehen daher so schnell wie möglich zu Bett (also aufs Dach).


Am Morgen stehen wir wie immer mit den Hühnern auf und gehen gemeinsam mit den Dorfkindern den felsigen, wunderschönen Schulweg ins Tal.


Die Kinder haben so Freude an uns und wollen so viele Fotos, dass sie fast eine halbe Stunde zu spät kommen. Das scheint sie aber nur am Rande zu kümmern. Jedes Kind trägt ein Bündel mit Schulbüchern und –heften auf dem Kopf und läuft mit Plastikflipflops aus Asien importiert flink den steilen Weg hinunter.


Suchbild: Wer findet Christoph?


Christoph geht voran und wird auf einmal laut von einer alten, vom Tal kommenden Frau beschimpft. Die Kinder erklären mir, dass „Istop“ (=Christoph) auf einen heiligen Stein getreten ist, der nur für die Eingeweihten betretbar ist und ein Geheimnis birgt. Aha. Dies soll während unserem Trekking nicht das einzige Mal sein, dass uns dies passiert.

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