Mittwoch, 16. April 2008

Afrikanischer Frauenalltag – kinderreich und hart



Die afrikanische Frau – eine emsige Person, die kaum aus der Ruhe zu bringen ist. Sic! Sei dies auf dem Feld, auf dem Markt, bei der Heimarbeit oder im Haushalt, die afrikanische Frau hat ihren Rhythmus tagein tagaus. Alles hat seinen Plan, auch wenn dieser für den Touristen nicht ersichtlich ist.




Auf dem Rücken hängt meist ein lebendiges Häufchen Kind, das gesäugt werden will, wenn immer es schreit. 5 bis 8 Kinder pro Frau müssen durchgebracht werden. Jedes vierte Kind in Mali stirbt. Zahlen, die einem zu denken geben. Eine Missernte und die gefürchtete „misère“ ist da.




Wir haben grosse Achtung vor den westafrikanischen Frauen, da sie nun wirklich das Rückgrat der Gesellschaft bilden, doch als Tourist ist es schwierig mit ihnen in näheren Kontakt zu gelangen. Reisende sind Männersache (schliesslich sind wir Touristen ein big business) und Frauen sind in der Regel sehr schlecht gebildet. Wenn es die Familie vermag, schickt sie meist einen Sohn zur Schule. Mädchen haben das Nachsehen… Der sprachliche Zugang zu den Frauen ist somit stark erschwert. Wer kein Französisch spricht, ging nicht zur Schule.


Es gibt einen grossen Vorwurf unsererseits an die afrikanischen Frauen: Sprecht mit euren Kindern, erklärt ihnen die Welt, lernt ihnen Spielen, Ideen entwickeln, Träume umsetzen…sonst gehen sie vor lauter Apathie wie gelähmt und mit grossem Entwicklungsrückstand ins Jugendalter über. Ab ca. 5 wird dann das Kind für die Familie interessant: Es kann und muss mitarbeiten. Die Erziehung ist trotzdem streng: Wenn die Mutter etwa befiehlt, 7 Stunden im Auto im Fleisch- und Gepäcksalat still zu sitzen, wird dies ohne Mucks ausgeführt. Kinder weinen nur, wenn sie Hunger haben, krank sind oder soeben von ihrem Vater mit dem Gurt oder der Rute gezüchtigt wurden. So läuft dies hier. Pro Familie kriegt dann noch ein Knabe das „Privileg“ in die Koranschule zu dürfen; dies sind dann die vielen bettelnden Kinder (erkennbar am mitgeführten, kleinen Plastikkübel oder der Aludose), die oft selbst für ihr Essen schauen müssen. Die mageren, staubigen Kinder geben zu denken, aber da wir solche religiöse Auswüchse nie und nimmer unterstützen wollen, bleiben wir wie immer hart und geben nichts! Es arbeiten genügend Weisse (auch NGOs) daran, dass Afrika zum Bettelkontinent verkommt…


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