Sonntag, 2. März 2008

„Teranga“ in Ndayane

Eine Woche später: Wieder einmal ist es gut, mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu reisen und dadurch in engem Kontakt mit der Bevölkerung zu sein. Wir treffen einen jungen Senegalesen im Bus nach Popenguine, der uns anbietet, uns zu helfen, das Campement zu finden. Da wir mitten in der heissesten Zeit unterwegs sind, gehen wir zuerst zu ihm, um zu warten, bis es kühler wird. Wieder wird uns eine Unterkunft angeboten – Geld wird partout abgelehnt und mit Stolz wird auf die senegalesische Gastfreundschaft, Teranga, verwiesen.

Mamadou geht in Dakar auf die Universität. Er studiert im ersten Jahr Geschichte und ist momentan ziemlich desillusioniert. Die Studenten an seiner Fakultät streiken gerade für bessere Studien-Bedingungen, deshalb kommt er zu seiner Familie nach Ndayane.


Auch hier lebt eine grosse Gruppe von Menschen zusammen – vier Generationen. Auffallenderweise fehlen die Männer; sie sind jeweils während mehreren Monaten weiter südlich an der Küste am Fischen. Die Fischerei ist eindeutig die Haupteinahmequelle hier an der „Petite Côte“. Touristen gibt es in Ndayane selten. Wir brauchen ca. 15 Minuten und 5 verschiedene Kleinst-Lädeli, bis wir Mineralwasser auftreiben können und alle Kinder rufen uns „Toubab“ (Weisse, Weisser) nach.


Als wir von einem Strandspaziergang zurückkommen, sind gerade alle am Seeigel essen – eine Köstlichkeit, die, obwohl mit Skepsis probiert, einen erstaunlich angenehmen Geschmack hat.


Wir verbringen zwei gemütliche Tage bei dieser senegalesischen Familie und teilen ihren Alltag: Einkaufen auf dem Markt, Reis säubern, Haare flechten, Kochen (ich hatte eine gute Lehrerin und werds dann auch mal versuchen zu Hause), Tee trinken.




Am zweiten Abend wird bis spät in die Nacht diskutiert – über den Islam, über Amerika, die Lebensbedingungen in Afrika, darüber, was viele junge Senegalesen dazu treibt, 1000 Euro für eine Barke nach Europa zu bezahlen (die, falls sie nicht unterwegs verdursten oder ertrinken, mit einem Sandwich und 10 Euro zurück nach Dakar geflogen werden).


Da aber auch wir die Welt nicht verändern können, gehen wir doch noch ins Bett und schlafen. Es steht ein anstrengender Reisetag nach Kaolack bevor.

Mimis Finanz-Alltag Nr. 4

(420 CFA = 1 Fr)

Übernachtung bei Familie – 4000 CFA
Campingplatz – 2500 CFA
4 grosse Fische – 1800 CFA
Mars (mehrfach geschmolzen) – 500 CFA
Peanuts gesalzen – 25 CFA
Portion Gewürz für Tie-bou-dienne – 25 CFA
1 Rüebli – 50 CFA
Müesli – 2500 CFA
Cola – 300 CFA
Stadtbus in Dakar – 125 CFA
Eintritt Sklavenhaus (Ile de Goree) – 500 CFA
Visum Guinea-Bissau – 10 000 CFA

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