Freitag, 28. März 2008

Schuhputzer Nr. 8: Einer unter vielen

Wir warten wieder einmal auf einem der vielen gare voiture (heute in Mamou). Es dauert 3 Stunden, bis der Peugeot voll ist. Voll heisst in diesem Fall, dass 13 (!) Personen darin Platz finden (fragt nicht wie, aber die Fahrt war anstrengend)…
Am gare voiture bieten jeweils allerlei Händler ihre Waren an – oft werden diese in Gefässen auf dem Kopf transportiert. Hier bietet sich Christoph auch die Gelegenheit, die Schuhe putzen zu lassen.

Mamadou ist schätzungsweise der 8. Schuhputzer, dessen Dienste wir in Anspruch nehmen – er steht für viele seinesgleichen.


Durch lautes Klopfen an die umgehängte Holzkiste macht er auf sich aufmerksam. Ein kleiner Wink reicht und er kommt gesprungen. Es könnte sonst leicht sein, dass ein anderer schneller ist. Der Preis ist beschämend tief (umgerechnet ca. 8 Rp.). Mit dem Geld kann er sich gerade mal eine Banane kaufen.
Jeder Schuhputzer hat seinen fixen Putzplan: Jede Bewegung sitzt und eine folgt flink der andern. Schuhe mit Seifenwasser vom Staub reinigen, abreiben, mit Fett grosszügig einschmieren, polieren und elegant glänzen.
Da Mamadou zur Schule geht, versteht er Französisch und gibt uns bereitwillig auf unsere Fragen Auskunft. Zwei Tage pro Woche ist er mit dem Schuhputzzeug unterwegs. Pro Tag verdient er ca. 8000 GNF (ca. 2 Fr.). Die restlichen Tage drückt er die Schulbank. Dies macht er seit fünf Jahren so; also seit er acht ist. Seine Arbeit gefällt ihm nicht.

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