Auch heute Morgen bringt Ali zwei Touristen mit dem 4x4 von Rissani in die Kasbah. Sie wurden bereits im Nachtbus von Fès nach Rissani von unserem zuverlässigen Touristen-Zuhälter Muhammed abgefangen. Nun wird Hassan sie zu einem Night-Stay im Erg Chebbi überreden. Sie alle gehen ihm an die Angel. Es ist nur eine Frage der Zeit: Heute dauert es wirklich lange, bis sie zusagen. Naja, Schweizer sind ja bekannt als Batzenklemmer…
Nun ist es Abend geworden. Les Suisses haben sich etwas ausgeruht. Inzwischen habe ich die Kamele und das Essen für zwei Nächte in der Wüste parat gemacht. Der Wüstentrip geht los!
Kaum in den ersten Dünen entlocken die Schattenspiele auf den hohen Dünen dem Schweizer einige Ohs und Waus und weitere Laute. Ich bin mir dies gewohnt. Nur die ständigen Fotopausen müssten nicht unbedingt sein. Sie sind alle gleich, die Touristen: Sie kommen für 1-2 Nächte, fötelen alles ab und verschwinden wieder. Das Geld stecken sie vor allem in Hassans Beutel. Ich kann einige Brocken Englisch und Spanisch, aber mehr brauche ich auch nicht, das reicht, um die Touristen zufrieden zu stellen. Mein Salär ist schlecht, daher mache ich auch nur das nötigste.
Im Wüstencamp angelangt, ist es meine Aufgabe, den Tajin, das marokkanische Nationalgericht zuzubereiten. Danach unterhalte ich die Obertouris mit meinem Getrommel. Die Schweizerin will mittun, doch ihre Trommel ist bald einmal ganz kaputt… Nach dem Essen probiert sich der Schweizer auf arabisch mit mir zu unterhalten. Er merkt bald selbst, dass er nicht wirklich viel kann…
Am nächsten Morgen steigt das Schweizer Pärchen auf die Dünen, um den Sonnenaufgang in den Dünen zu beobachten. Am Morgen ist es besser, denn am Abend erklimmt wirklich auch die hinterletzte Japanerin die Dünen. Am Morgen zeigt sich dort aber niemand, die Nacht war zu kalt, sie müssen nun in den wärmeren Morgenstunden schlafen. Ich nehme an, der Schweizer fotografiert von dort oben aber auch wirklich all die Dünen bis auf die hinterletzte. Wie kann man unfruchtbare Sandhügel nur so faszinierend finden?
Nun, da die Sonne schon hoch steht, als sie wieder in das Camp zurückkehren, probiere ich es, die Abkürzung durch die Dünen zu den Wüstenberbern einzuschlagen. Hei ei ei, die Schweizerin (ich kann ihren Namen immer noch nicht und nenne sie einfach Fatima) passt auf: Gut, gehen wir eben den langen Weg, wenn sie es so will.
3 Kommentare:
Sehr schöne Bilder - fast wie in meinem Wüstenbuch von Fränzi. Gute Idee, aus seiner Perspektive zu schreiben.
Nach der bitteren Aufgabe an der "Big Daddy" in Namibia, doch endlich auch auf dem Olypm der Dünenbesteiger angekommen - herzliche Gratulation :-)! Wie hoch war diese Düne? Allgemeine Unterschiede zur Namib?
Gruss nach Afrika!
buha... bi däm ablick würdi mi gloub o wie ne japanische tourischt vrhautä u aus abliechte, wos ume het... sehr schöni biuder, beidruckend!!!
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